Warum ich ein Indie bin?

 

Natürlich weil es sich viel cooler anhört, als Verlagsautor!

 

Nee, Quatsch ; )

 

Was macht man, wenn man so gar keinen Plan von Buchveröffentlichung hat?

Man schickt das ganze Werk an Verlage. Und zwar an die, von denen man selbst Bücher im Regal hat, wie Egmont Lyx, Blanvalet, Ullstein oder Heyne. Vorher sitzt man tagelang an einem Exposé (nachdem man gegoogelt hat, was das ist) und versucht verzweifelt, den Inhalt des Romans auf eine DinA4 Seite zu quetschen.

 

Dann vergehen Wochen des angespannten Wartens und es passiert – nichts.

 

Man zweifelt dann kurz, ob vielleicht in der Postleitzahl einen Zahlendreher war und das Meisterwerk gar nicht angekommen ist? Doch dann kommt endlich eine Mail … in der eine Praktikantin mit Bedauern erklärt, dass unaufgefordert eingereichte Manuskripte leider nicht berücksichtigt werden können.

 

Ein wenig ernüchtert stößt man im WWW dann auf „Literaturagenten“. Die haben einen guten Draht zu den Verlagen und die seriösen unter ihnen arbeiten auf Erfolgsbasis.

 

Wieder vergehen Wochen des angespannten Wartens und – es passiert etwas!

 

Hier ein paar der Antworten:

 

„… es freut mich wirklich, Ihnen aufgrund einer sehr positiven verlagsinternen Beurteilung mitzuteilen, dass wir beschlossen haben, Ihrem Werk einen fixen Platz in unserem Verlagsprogramm einzuräumen. Ihr Text drückt ein atmosphärisch dichtes Spektrum an Gefühlen und Stimmungen aus … erzeugt Bilder im Leser … literarische Umsetzung vermittelt Eindringlichkeit und lädt zum Weiterlesen ein…“

 

„Sie verstehen es, den Leser schon auf den ersten Seiten anzusprechen und seine Neugier zu wecken …  ein fantasievolles Werk voller Herz und Wärme … haben uns entschlossen, Ihnen einen Vertrag anzubieten und können Ihr Buch in 4-5 Monaten auf dem Buchmarkt präsentieren.“

 

Na, da hüpft doch das Autorenherz vor Freude!

 

Bis man den Vertrag im Anhang durchliest:

 

Blablabla – Taschenbuch im Verkauf zu einem Preis von 10,95 € bis 12,95 € -  blablabla – eBook zum Preis um 6,99 € - blablabla - Autorenbeteiligung von 3085,00 € bis 3890,00 € – blablabla – Gern auch in Teilzahlung oder monatlichen Raten…

 

Hm…

 

 

Das Projekt Buchveröffentlichung war zu diesem Zeitpunkt erst einmal gestorben.

Weitergeschrieben habe ich trotzdem, für mich und meine Freundinnen!

 

Zwei Jahre später sehe ich zufällig bei Amazon einen Aufruf für den Kindle-Storyteller-Wettbewerb – Einsendeschluss 15.9.2015.

Och – denke ich – wieso nicht?

Also habe ich Darians Geschichte noch einmal durchgearbeitet, ein Cover gebastelt und mich dann am 05.09.2015 Schritt für Schritt durch die Anleitung gekämpft:

 

Anmelden bei kdp.amazon 

Autorenname, Buchtitel, Kategorien 

Schlagwort „Kindlestoryteller2015“ 

Amerikanische Umsatzsteueranmeldung – Hä?? Ach, egal! 

Preis – ähm, 0,99 $? 

„Indem ich unten auf „Veröffentliche“ klicke, bestätige ich, dass ich alle Recht an den von mir hochgeladenen Inhalten halte blabla…“ - passt schon 

„Es kann bis zu 72 Stunden dauern, bis ihr Buch“ – ach, klappt bestimmt wieder nicht 

 

Am nächsten Tag bekomme ich eine Mail:

Guten Tag,

herzlichen Glückwunsch, Ihr Buch „In zwei Welten: Erste Begegnung“ wurde online gestellt und ist somit ab sofort im Kindle-Shop verfügbar! 

Wie jetzt???

 

Ich schwöre, so war es und ganz ehrlich:

 

Ich mag es, wenn in meinem Hobby alles nach meiner Nase geht und ich machen kann, wann und was ich will!

Ohne Abgabetermine oder Vorgaben.

 

An alle, die eine Geschichte in der Schublade haben: Versucht es einfach!